Liers wird 750 Jahre alt

Hönningen und Liers standen unter der Hoheit der Grafen von Are, nach 1246 der Erzbischöfe bzw. Kurfürsten von Köln. Während jedoch Liers, das 1265 als “Lesere” erstmals urkundlich genannt wird, zum Eigenbesitz der Grafen von Are gehörte und unter kölnischer Herrschaft bis 1794 einen eigenen Dingstuhl (Gerichtsbezirk) im Amt Altenahr bildete, besaß in Hönningen das Stift St. Kunibert, später die Johanniterkommende Adenau, die Grundherrschaft und daher eigene Gerichtsbarkeit.

Aus diesem Grund wird in diesem Jahr dir 750 Jahr Feier vom 3. –  5. Juli stattfinden.

Die Organisatoren sind dabei einen würdigen Rahmen für dieses große Fest für den kleinen Ort zu realisieren. Der Festkommers wird am Sonntag, 5. Juli stattfinden.

Der 1265 erstmals erwähnte Ort besaß schon vor der Kapelle ein Bethaus, deren Glocke 1633 gegossen wurde. 1668 wurde die heutige Kapelle dem Hl. Bartholomäus geweiht. Es ist ein kleiner, schlichter einschiffiger Saalbau aus Bruchstein, 10,70 m lang und 4,60 m breit. Der Altar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hat in der Nische eine Holzskulptur der Muttergottes, zu beiden Seiten Holzskulpturen des Hl. Bartholomäus und des Hl. Dionysius. Im Innern befindet sich ein um 1600 entstandenes Vesperbild, ein Holzreliquiar und ein vergoldeter Kelch, beide aus dem 18. Jahrhundert.

1743 waren Reliquien des hl. Bartholomäus vorhanden, die an seinem Feste verehrt wurden, wo dann ein kleines Opfer einging. Die Kapelle war im Besitz eines kleinen Stiftungskapitals: 1743 = 142 Taler, 1835 = 291 Taler und 1900 = 730 Mark. Aus Mitteln der Kapelle konnten 1684 und 1934 Renovierungen vorgenommen werden, denen 1865 eine Ausmalung durch die Gebrüder Georg aus Prüm folgte.

Heute ist wieder eine Grundsanierung der Kapelle angesagt; es steht die Außenfassade an.

Die Dorfgemeinschaft Liers, als ein tragender Verein von Liers, will jetzt in Zusammenarbeit mit dem Jungesellenverein und der Freiwilligen Feuerwehr die Sanierungsarbeiten der Katholischen Kapelle St. Bartholomäus, die im Eigentum der Kath. Kirchengemeinde Hönningen steht und als Kulturdenkmal erfasst ist, durchführen. Da das Außenmauerwerk und der Außenputz der Kapelle durch aufsteigende Feuchtigkeit stark beschädigt ist, müssen die Fundamente freigelegt, stabilisiert, Drainagegruben rings um das Bauwerk angelegt, der Außenputz bis ca. 1,30 m Höhe abgeschlagen und erneuert werden. Die fachspezifischen Arbeiten werden von Malerwerkstätte Simons aus Kreuzberg, soweit möglich die Ausschachtungs-, Drainage-, Abbruch- und Verputzarbeiten durch Eigenleistung durch Mitglieder der Dorfgemeinschaft ausgeführt werden.

Die kalkulierten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 32 000 €. Das Bistum wird sich mit rund 17 000 € beteiligen. Den Rest erbringen die Lierser durch Eigenleistung (etwa 400 Stunden) und 8400 € Finanzierungsleistungen.

Jetzt konnte die Dorfgemeinschaft den Bewilligungsbescheid über 5000 € aus dem Förderprogramm Ländlicher Raum vom Landrat Dr. Jürgen Pföhler im Beisein von Bürgermeister Achim Haag und Ortsbürgermeister Hans-Josef Weber entgegen nehmen. Ein besonderer Dank galt dabei Gerta Viernich für ihren unermüdlichen Einsatz.

Die Maßnahme ist im Förderprogamm Ländlicher Raum förderfähig, da sie im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements soweit möglich Eigenleistung ausgeführt wird, wodurch auch kulturell bedeutsame und ortsbildprägende Infrastruktur im Dorf erhalten wird.

 

Hans-Josef Weber, Ortsbürgermeister

Ähnliche Beiträge...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.