Hilfe aus Wittlich für das Ahrtal!

Der Wittlicher Thomas Hültenschmidt macht gebrauchte Computer wieder flott und spendet sie an Menschen im Ahrtal, die bei der Flut alles verloren haben.

Wittlich Die Flutkatastrophe, die vor allem das Ahrtal so heftig getroffen hat, ist jetzt ein Jahr her. Ein Jahr, in dem viel passiert ist, aber noch viel passieren muss.


Darum und um das Hilftsprojekt Ahrtal des Wittlichers Thomas Hültenschmidt ging es bei dem Empfang im Sitzungssaal im Rathaus in Wittlich, zu dem Bürgermeister Joachim Rodenkirch eingeladen hatte.


Bei dem Gespräch ging es unter anderem auch um persönliche Schicksale von Betroffenen. Bürgermeister Rodenkirch berichtete selbst von einem völlig zerstörten Haus, das vor der Flut erst neu gebaut war, wo er selbst mit anpacken konnte. Doppelt betroffen ist Dominik Gieler, der sich als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, die am stärksten betroffen war, um vieles kümmern muss, aber auch selbst an seinem Wohnhaus Schäden hatte. Jürgen Schwarzmann, Bürgermeister der Gemeinde Hönningen war zwar mit seinem persönlichen Besitz nicht betroffen, war aber in der Flutnacht viele Stunden im Kindergarten eingesperrt, bei dem Versuch das Gebäude zu retten. Am Beispiel des Kindergartens machte Schwarzmann auch deutlich, warum es an manchen Stellen nur zögerlich vorangeht. Denn Geld gebe es in vielen Fällen nur für den reinen Wiederaufbau. Wolle man dagegen Dinge und Gebäude verbessern und den neuesten Standards anpassen, fehle es dann oft an Geld. Gleiches gelte zum Beispiel auch für Sportplätze. Einen Tennenplatz wieder herzustellen, ergebe wenig Sinn, weil das nicht mehr zeitgemäß ist, aber nur dafür gebe es Geld.


Während an vielen Stellen noch gekämpft werden müsse und oft auch das Verständnis der Menschen nicht immer da sei, geht es an anderer Stelle gut voran.


So zum Beispiel mit dem Hilfsprojekt Ahrtal des Wittlichers Thomas Hültenschmidt. Er sammelt gebrauchte Computer und Laptops und arbeitet sie mit der Unterstützung seiner Frau Manuela Kaspari-Hültenschmidt auf, um sie dann ins Ahrtal zu spenden. Er berichtete wie er durch seine eigene Hilflosigkeit am Anfang auf die Idee gekommen sei. Aus gesundheitlichen Gründen habe er nicht selbst mit anpacken können. Aber an Computern arbeiten, das war möglich. Und so entstand über Umwege der Kontakt zu Jürgen Schwarzmann und das Hilfsprojekt konnte starten. Das Ziel, 1000 Computer zu liefern, sei bis heute zu etwa einem Drittel erreicht. Mehr als 300 Geräte im Wert von insgesamt rund 50 000 Euro seien schon Menschen zu Gute gekommen, die bei der Flut alles, eben auch diese Geräte verloren hatten. Rund 1000 ehrenamtliche Stunden habe er bislang in das Projekt gesteckt. Gebrauchte Geräte, vor allem Laptops, weil diese besser an Schulen eingesetzt werden können, werden noch benötigt.


Dabei muss niemand befürchten, dass Daten in falsche Hände geraten. Denn entweder werden die mechanischen Datenträger vernichtet und durch neue elektronische Festplatten ersetzt. Verwertbare elektronische Datenträger können auch mit einer professionellen Software lizensiert und protokolliert gelöscht werden. Die jeweilige Firma, die die Geräte gespendet hat, erhält ein zertifiziertes Löschprotokoll.


Doch bei aller ehrenamtlicher Arbeit ist Geld notwendig, denn je nach Zustand der PCs und Laptops müssen 60 bis 70 Euro investiert werden, um sie wieder flott zu machen und zu verbessern.


Für die finanzielle Sicherheit zu sorgen und das Projekt für Thomas Hültenschmidt planbar zu machen versprach Volker Klassen, der Präsident des Rotary Clubs Mittelmosel-Wittlich Unterstützung im fünfstelligen Bereich.

Gespendet wird es auf ein Konto des Vereins Perspektiven, der von Michaele Schneider und der Vorsitzenden Kirathan Boulo Moulkohg vertreten wurde. Der Verein schafft die notwendige rechtliche Struktur für das Projekt. Wie Michaele Schneider sagt, habe sie unter anderem die Nachhaltigkeit des Projektes beeindruckt.


Um weiter Geräte ins Ahrtal liefern zu können werden nach wie vor Computer gesammelt und auch finanzielle Unterstützung benötigt. Spenden können auf das Konto von Perspektiven e. V., IBAN DE13 5866 0101 0104 7876 56, Verwendungszweck „Hilfsprojekt Ahrtal“ überwiesen werden.

Auskunft erteilen Michaele Schneider, E-Mail m.schneiderperspekt.de oder Thomas Hültenschmidt, E-Mail service@bth-international.com